Engelstor Eckernförde
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Dienstag, 27. November 2007

Engelstor

Im Sommer 2002 entstand die Idee für das „Engelstor“. Betroffenen Eltern, Hebammen, Krankenschwestern, Pastoren sowie eine Trauerbegleiterin und eine Bildhauerin haben in der Folge das Projekt "Engelstor" realisiert. Diese Gruppe legte in Zusammenarbeit mit dem Friedhofsamt die Grundstruktur des Gemeinschaftsgrabes für früh- und totgeborene Babys auf dem Borbyer Friedhofe an (-> Pressemitteilungen). Von der Bildhauerin Guna Scheffler stammt der Steinengel und der Entwurf der Grabstätte in Form eines Labyrinths. Finanziert wurde und wird das Projekt ausschließlich durch Spendengelder.

Engelswiese

2007 entstand aus der Projektgruppe der Wunsch nach einer Erweiterung der Grab- und Gedenkstätte, damit alle Eltern, die eine Bestattung ihres Kindes wünschen, diese auch durchführen können. Insbesondere sollte dies an einem Ort geschehen, der in der Nähe des Wohnortes liegt und so auch zu einem späteren Zeitpunkt mühelos erreicht werden kann.

An der Engelswiese führt die Anordnung der Gräber strahlenförmig zur Statue des offenen Herzens. Die Grabstätten werden mit runden Marmorplatten gekennzeichnet, die individuell gestaltet werden können. 

 

Pressemitteilungen

Beim „Engelstor“ schaut sie regelmäßig nach dem Rechten

Kerstin Borowski pflegt ehrenamtlich die Grabstätte für früh- und totgeborene Babys auf dem Borbyer Friedhof, die auch Gedenkstätte für nicht beerdigte Kinder ist

(Eckernförder Zeitung, Montag 18. Dezember 2006)

Eckernförde/inh – „Jeder trauert anders“, sagt Kerstin Borowski, Ihr Mann starb vor fünf Jahren. „Tod und Trauer haben für mich bis dahin keine Rolle gespielt. Es war schwer, wieder ein normales Leben zu führen“ , berichtet die 62-jährige Mutter von vier Kindern. In ihrer Trauer musste sie sich plötzlich mit Formalitäten befassen. Sarg, Blumenschmuck, Grab: All das sollte organisiert werden. „Es war wie in einem falschen Film.“

Um den Tod zu bewältigen ging die ehemalige Grund- und Hauptschullehrerin jeden Tag auf den Borbyer Friedhof zum Grab ihres Mannes. Irgendwann traf sie dort eine Bekannte, die ihr vom „Engelstor“ erzählte, eine Grabstätte für früh- und totgeborene Babys, die auch gleichzeitig Gedenkstätte für nicht beerdigte Kinder ist. „Davon hatte ich bisher noch nicht gehört“, sagt sie. Sie erfuhr, dass das „Engelstor“ im Juni 2003 eingeweiht worden war. „Da ich eh jeden Tag auf dem Friedhof war“, berichtet Borowski habe sie sich bereiterklärt, sich um die Grabstätte zu kümmern.

Regelmäßig schaut sie nach dem Rechten, hakt Laub zusammen, pflanzt neue Buchsbäume oder bringt frische Blumen mit. Eine Holzbank zum Verweilen für Angehörige und Besucher hat sie angeschafft. „ Ich mache das gerne“, sagt sie. „Das ist eine Art der Trauerbewältigung für mich.“ Sie wollte nicht zu Hause sitzen, sondern aktiv sein. Außerdem könne Sie sich in die Situation der Eltern gut hineinversetzen. „Ich kann nachvollziehen, wie sie sich fühlen.“ Hinter dem Engelstor würden aber noch viel aktivere Menschen stehen, sagt Borwski. Die würden die eigentliche Arbeit leisten und sich um die Eltern der verstobenen Kinder kümmern, erklärt sie.

Ins Leben gerufen wurde das „Engelstor“ von einer Gruppe, zu der Eltern, Hebammen, eine Krankenschwester, eine Trauerbegleiterin, Krankenhausseelsorgerin Bettina Röhlk und Pastorin Almut Witt gehören. Von der Bildhauerin Guna Scheffler stammt der Steinengel und der Entwurf der Grabstätte in Form eines Labyrinths.

Borwski findet es gut, dass es diese Gedenkstätte gibt. Es sei wichtig, einen Ort der Trauer und der Erinnerung zu haben. Deshalb besucht sie auch weiterhin täglich das Grab ihres Mannes. Und zwei Mal die Woche das „Engelstor“.

 

Einweihungsgottesdienst der Grab- und Gedenkstätte für früh- und tot geborene Kinder

(Borbyer Kirchenbrief Nr. 103, Ausgabe August/ September 2003)

Mit einem Festgottesdienst wurde am Samstag, dem 28.06.03, die Grab und Gedenkstätte für früh- und tot geborene Kinder auf dem Borbyer Friedhof feierlich eingeweiht. Dieser Gottesdienst wurde von der Projektgruppe gestaltet und musikalisch begleitet von Andreas Lettau und dem Jugendchor sowie dem Poptrio „Mobago“. Gelesene Texte, die die Thematik einfühlsam aufzugreifen vermochten, wechselten mit sorgsam ausgewählten, teils für diesen Gottesdienst improvisierten Musikstücken. Somit konnte das Thema auf behutsame und berührende Weise in den Menschen, die den Gottesdienst besucht haben, zum Klingen gebracht werden. Gemeinsam „Der Himmel geht über allen auf“ signed, zogen wir von der Kirche unter strahlend blauem Himmel zu der Grabstätte. Ein Empfangsstein am Wegesrand weist auf die Stätte hin, ein Rosentor lädt ein, bewusst diesen besonderen Ort zu betreten. Hinter dem Tor – die Grab- und Gedenkstätte – in der Form eines Labyrinthes angelegt, in dessen Mitte, zunächst noch unter einem roten Samttuch verhüllt, der Engel stand. Dieser Engel stammt von der Bildhauerin Guna Scheffler, die nach einer Ansprache ihre Skulptur eigens enthüllte. Es wurde gemeinsam gesungen, gebetet, gesegnet und dazu eingeladen, im Labyrinth Steine und Rosen niederzulegen oder auch mitgebrachte Rosen zu pflanzen. Im Anschluss an diesen festlichen Rahmen gab es Saft und Kuchen und die Möglichkeit sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen. Die Projektgruppe hat sich gefreut, dass so viele Menschen die Einladung zu diesem Gottesdienst wahrgenommen haben. Die Tatsache, dass sie kamen, und die tiefe Verbundenheit und das Berührtsein von dem Geschehenen ist für uns, die diesen Ort gestaltet haben, ein Zeichen, dass solch ein Ort für viele von  uns dringend notwendig ist. Unser Anliegen ist es, dass sich an diesem Ort an die ganz kleinen Kinder erinnert werden kann. Wir wünschen uns, dass die Trauer betroffener Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder einen angemessenen Ort bekommt, der aufgesucht werden kann und auf dem Weg durch die Trauer hilfreich sein wird. Kinder, die hier begraben werden, konnten das Recht auf Leben nicht wahrnehmen. Das Recht auf eine würdige Beerdigung wird ihnen hier gegeben. Diese Möglichkeit wünschen wir uns für alle Eltern, die durch Früh- und Totgeburten betroffen sind.

Wir danken allen Menschen, die uns mit Tat, Wort, Energie und Wort unterstützt haben, damit dieses Projekt Wirklichkeit werden konnte.

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. Mai 2016 )
 
 
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